Literarische Modernisierungsprozesse und transnationale Netzwerkbildung im Medium der Kulturzeitschrift: vom ‚Modernismo‘ zur Avantgarde

Kurzbeschreibung des Projekts

Das DFG-geförderte Forschungsprojekt „Literarische Modernisierungsprozesse und transnationale Netzwerkbildung im Medium der Kulturzeitschrift: vom ‚Modernismo‘ zur Avantgarde“ und das mit ihm verbundene Portal Revistas culturales 2.0 widmen sich der Erforschung eines umfangreichen Korpus von Kulturzeitschriften der spanischsprachigen Moderne. Während der inhaltliche Fokus des Forschungsprojekts auf dem transnationalen und transkontinentalen Austausch liegt, der durch diese Kulturzeitschriften etabliert wird, dient das Webportal als virtuelle Forschungsumgebung für die Forscher*innen, mit dessen Hilfe die relevanten (Meta)Daten erhoben werden können.

Projektinhalt

Das an der Universität Tübingen angesiedelte DFG-Forschungsprojekt verknüpft quantitative und qualitative Methoden zur Erforschung vorrangig spanischsprachiger Zeitschriften aus Lateinamerika und Spanien. Insgesamt werden 58 Publikationen im Zeitraum zwischen 1890 und 1936 bearbeitet. Das Projekt unterteilt sich in zwei Teilprojekte: den Modernismo und die Avantgarde. Verknüpft sind beide Phasen durch die Übergangsphase des Posmodernismo zwischen 1910 und 1920.

Ziel des Projekts ist es, transnationale Verflechtungen innerhalb des Mediums der Zeitschrift sichtbar zu machen, die zentral für die Entwicklung der Literatur gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind. Darüber hinaus werden epochenübergreifende Dynamiken herausgearbeitet, die der literarischen Entwicklung Vorschub leisten. Das Projekt geht über die bisherige Forschung hinaus, indem die nationale Brille der Einzelanalysen abgelegt und eine vergleichende Forschung in einem deutlich größeren Umfang als bisher geleistet wird. Insbesondere der konsequente transnationale Anspruch wird überdeutlich und trägt den grenzüberschreitenden Prinzipien von Modernismo und Avantgarde auf angemessene Art und Weise Rechnung. Deutlich wird im Projekt auch die mediale Sonderstellung der Zeitschrift im Zwischenraum zwischen Buch und Zeitung. Diese Sonderstellung macht sie zu einem Ort, an dem kulturelle Wissensproduktion neben literarischer Innovation steht.

Damit verbunden ist auch die für das Projekt maßgebliche Sicht auf die Kulturzeitschrift als Netzwerk aus verschiedenen Textformen, die zusammen ein Medienprodukt bilden. Die Idee der Zeitschrift als einem Aufbewahrungsort für Texte, die einzeln rezipiert werden, wird hier aufgebrochen und ersetzt durch ein Verständnis von Zeitschriften als einem durch Textarten formierten und durch die Zusammenstellung von Beiträgen konfigurierten Objekt. Darüber hinaus werden Figuren sichtbar gemacht, die grenzüberschreitend agieren und als „kulturelle Broker“ verstanden werden können, indem sie zur literarisch-kulturellen Vernetzung im transnationalen Raum beitragen und so die Verbreitung literarisch-kultureller Modernisierung mittragen. Diese Herangehensweise hat Auswirkungen auf die methodologische Konzeption des DFG-Projekts. Um mit der Menge an Einzelobjekten, Texten und Beiträgern umzugehen, kommen digitale Tools zum Einsatz. Diese werden verbunden mit gezielten Untersuchungen und Lektüren, die auf den Analysen aufsetzen.

Grundlage dafür bildet eine umfangreiche im Projekt erstellte Metadatensammlung, die die Objekte strukturiert Beitrag für Beitrag erfasst. Das Projekt verfolgt dabei einen mixed-methods-approach, nicht nur durch die Verbindung von qualitativem und quantitativem Arbeiten, sondern auch durch den Einsatz unterschiedlicher Werkzeuge, die statistische Auswertungen mit Netzwerkvisualisierungen und Geodaten verknüpfen.

Das Projekt läuft von April 2017 bis März 2020 und wird von Professor Dr. Hanno Ehrlicher (Universität Tübingen) geleitet.

Projektstartdatum: 04/01/2017
Projektstatus: laufend (Stand: 2019)

Projektmitarbeiter: 2

Fachliche Zuordung

Romanische Philologie (Literaturwissenschaft)

Gefördert durch

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kontakt

Dr. Jörg Lehmann
Universität Tübingen
Romanisches Seminar
Wilhelmstr. 50
72074 Tübingen
E-Mail: joerg.lehmann@uni-tuebingen.de
Telefon +49 (7071) 29-74294

Erfahren Sie mehr unter
https://www.revistas-culturales.de/de
 

 

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