VerbaAlpina

Projekt-Kurzbeschreibung

VerbaAlpina ist ein DFG-gefördertes Langfristvorhaben an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das den Sprach- und Kulturraum der Alpen untersucht. Ausgewählte und für diese Gebirgsregion charakteristische Dinge sowie die entsprechenden Dialektwörter werden systematisch erfasst und mit neuartigen informatischen Methoden analysiert und präsentiert. Das Projekt wird in einer Kooperation des Instituts für Romanische Philologie mit der IT-Gruppe Geisteswissenschaften (ITG; LMU Center for Digital Humanities; http://www.itg.lmu.de/) durchgeführt. Im Zentrum steht dabei in der aktuellen Projektphase (bis Oktober 2017) vor allem der Wortschatz aus dem Bereich der Almwirtschaft, insbesondere der Milchverarbeitung. Das Projekt wird durch zahlreiche internationale Partner aus dem gesamten Alpenraum unterstützt.

Projektinhalt

VerbaAlpina beruht auf der Verbindung von Sprachwissenschaft, Volkskunde und Informationstechnologie im Sinne der Digital Humanities (DH). Adressaten des Projekts sind sowohl Wissenschaftler als auch interessierte Laien, die einen Alpendialekt sprechen. Der Mehrwert des mehrsprachig angelegten Projekts besteht in der interdisziplinären Verknüpfung von sprachwissenschaftlichen, ethnographischen, historischen und archäologischen Daten, die Forschern aller Disziplinen die Möglichkeit gibt, Daten aus ihrer fach- und publikationsgebundenen Isolation zu lösen und im Kontext der kulturräumlichen Gemeinsamkeiten zu verorten, durch die sich der Alpenraum trotz seiner extremen sprachlichen Fragmentierung seit mehr als 2000 Jahren auszeichnet.
Das Sprachmaterial, das VerbaAlpina zusammenträgt und analysiert, stammt in erster Linie aus Sprachatlanten und aus georeferenzierten Wörterbüchern. Diese Quellen decken jeweils nur geographische Teilbereiche des Alpenraums ab und differieren z.T. erheblich hinsichtlich Entstehungszeit und dokumentierten Konzepten. Auf diese Weise entsteht ein zunächst inhomogener Datenbestand, der mit Hilfe von Bürgerbeteiligung (Crowdsourcing) ausgeglichen, ergänzt und korrigiert werden soll. Diesem Zweck dient ein Internetportal, das der „Crowd“ u.a. die Möglichkeit bietet, – jeweils georeferenzierte – Bezeichnungen von Konzepten beizusteuern.
VerbaAlpina verwaltet sämtliche Daten in einer relationalen Datenbank (MySQL). Dort liegen die Daten in logisch strukturierter Form und eindeutiger Kodierung (z.B. Unicode) vor. Ein flexibles Schnittstellen-, Versionierungs- und Archivierungskonzept gewährleistet gleichermaßen mannigfaltige Möglichkeiten des Datenaustausches sowie die Einhaltung des Gebots der Nachhaltigkeit. Im Rahmen der Anwendungsentwicklung kommt ausschließlich Webtechnologie zum Einsatz.
Das Projekt wird von Prof. Dr. Thomas Krefeld und Dr. Stephan Lücke geleitet. Weitere Mitarbeiter des Projekts sind: Annette Antoniol (Hilfskraft), David Englmeier (Wiss. Mitarbeiter Informatik), Monika Hausmann (Hilfskraft), Filip Hristov (Hilfskraft Informatik), Markus Kunzmann (Wiss. Mitarbeiter Germanistik), Christina Mutter (Wiss. Mitarbeiter Koordination), Aleksander Wiatr (Wiss. Mitarbeiter Romanistik) und Florian Zacherl (Wiss. Mitarbeiter Informatik).
VerbaAlpina wird seit Oktober 2014 – mit einer Perspektive bis 2025 – von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Erfahren Sie mehr unter:

https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/
 
 

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