AG Digitales Publizieren

1. AG-Name

Arbeitsgruppe Digitales Publizieren

2. AG-Arbeitsschwerpunkte

Mit der zunehmend selbstverständlichen Nutzung digitaler Ressourcen rückt auch die Frage nach Formen des digitalen Publizierens in der Wissenschaft ins Blickfeld: Während zunehmend digitale Methoden der Erfassung, Erschließung und Analyse zur Anwendung kommen, bleiben jedoch die Publikationswege oftmals traditionell und analog. Dabei bieten digitale Veröffentlichungsformen Potenziale für präzedenzlose offene und innovative wissenschaftliche Erkenntnisprozesse.

Die AG Digitales Publizieren widmet sich also dem Fragenkomplex, wie eine Publikation unter den gewandelten Medienbedingungen aussehen sollte und welche Anforderungen an deren Urheber, Intermediäre und Rezipienten zu stellen sind. Die wissenschaftliche Publikation selbst unterliegt einem Prozess der Neudefinition: Traditionelle Formen wie Monographie oder Zeitschriftenartikel verlieren ihren Ausschließlichkeitsanspruch, da zunehmend digitale Präsentationsformen im wissenschaftlichen Diskurs als vollwertige wissenschaftliche Publikationen angesehen werden. Digitale Publikationen interagieren weit mehr als ihre analogen Vorbilder mit der nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit und können durch kollaborative Publikationsformen (Social Media) in einen offenen Diskurs mit Politik, Wirtschaft, Recht und Kultur treten. Die weithin ungefilterte Offenheit wirft jedoch auch kritische Fragen der Qualitätssicherung auf, da aus dem Kontext der gedruckten Publikation gewohnte Mechanismen im Digitalen nicht mehr greifen.

Dennoch sind Vorteile und Mehrwert des Digitalen evident: Digitale Texte sind leicht aufzufinden, durchsuchbar und im Idealfall schrankenlos kopierbar. Sie begünstigen damit die breite Distribution und Rezeption, sowie die Nachnutzung durch digitale analytische Verfahren. Anders als gedruckte können digitale Publikationen fortgeschrieben werden, ohne ihre Referenzierbarkeit verlieren zu müssen (durch Versionierung). Sie lassen sich mit anderen Texten verknüpfen (Hypertext) und können auf der Basis geeigneter Vokabulare bzw. Ontologien in eine maschinell auswertbare semantische Beziehung mit anderen Dokumenten und Gegenständen treten (semantic web). Die Natur des Textes selbst wandelt sich und die bei digitalen Dokumenten favorisierte Trennung von Struktur- und Layoutschicht (z.B. mittels XML/XSLT) ermöglicht es, Texte nicht mehr einem starren Präsentationsregime (Druckbild) zu unterwerfen, sondern nach BenutzerInnenwunsch neue Ansichten oder überhaupt Präsentationsformen jenseits traditioneller Textbegriffe (z.B. Visualisierungen) zu generieren.

Die kollaborative Text- und Datenpublikationen wird im digitalen Raum offensichtlich begünstigt, zieht aber auch Probleme bezüglich der Autorschaft und der Differenzierung der Rollen im digitalen Publikationsprozess nach sich.

Abschließend gilt es, die Schlüsselfunktion von Open Access (OA) und freien Lizenzmodellen (z.B. nach Creative Commons) in digitalen Publikationsprozessen zu betonen: Sie schaffen die Voraussetzungen für barrierefreies Forschen und werden damit zu zentralen Bedingungen wissenschaftlichen Publizierens.

3. AG-Ziele (und Fragestellungen)

  • Versuch einer Begriffsbestimmung: Was ist eine wissenschaftliche digitale Publikation?
  • Worin liegt der Mehrwert einer digitalen Publikation?
  • Welche Kriterien (z.B. Versionierung, Zitierfähigkeit) muss eine digitale Publikation erfüllen?
  • Welche Herausforderungen bringt der Der Wandel wissenschaftlicher Autorschaft und Erkenntnisprozesse durch kollaborative Textproduktion, Annotation, Kommentar und automatisierte Verfahren?
  • Wie kann man nicht nur die Qualität, sondern auch die Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Publikationen sichern?
  • Welche rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen stellen sich im Bereich digitaler Publikationen und insbesondere im Themenkomplex Open Access?

Das Ziel der AG ist es, diese Fragen zu adressieren und im Diskurs mit KollegInnen aus der DH community Beiträge zu erarbeiten, die zum einen wieder in Form von Handlungsempfehlungen und „best practices“ in die community zurückfließen, sich zum anderen aber auch als Empfehlungen an Förderer und Träger richten.

Zur Zeit liegt der Fokus der AG dabei vor allem auf:

  • Best Practices in Schreibprozess und Textproduktion
  • Enhanced Publication    

4. AG-URL (extern)

https://dig-hum.de/ag-digitales-publizieren

5. AG-Publikationen/Working Papers

6. AG-Kontakt/Convenor

Mailing Liste: http://lists.lists.digitalhumanities.org/mailman/listinfo/dhd-ag-publika...

Convenor

Walter Scholger
Zentrum für Informationsmodellierung
Austrian Centre for Digital Humanities
Universität Graz
A-8010 Graz | Elisabethstraße 59/III
Tel: +43 316 380 2292
E-Mail: walter.scholger@uni-graz.at

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