Graz

Die Karl-Franzens-Universität ist eine der größten Hochschulen Österreichs. Mit rund 30.000 Studierenden und 3.800 MitarbeiterInnen trägt sie entscheidend zum pulsierenden Leben der steirischen Landeshauptstadt bei. Vielfalt und Breite bestimmen das Ausbildungsangebot an den sechs Fakultäten. Der Forschung und Lehre an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften und Informationstechnologien widmen sich hier das Zentrum für Informationsmodellierung in den Geisteswissenschaften und die Abteilung für Historische Fachinformatik und Dokumentation des Instituts für Geschichte. Neben angewandter Forschung auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung in den Geisteswissenschaften mit dem Schwerpunkt auf der Theorie der Informationsmodellierung und Texttechnologie steht vor allem die praxisorientierte Umsetzung von Forschung in Projekten und Lehre im Mittelpunkt der Arbeit des Zentrums für Informationsmodellierung. Hier wurde 2003 mit der Realisierung umfassender Projekte zur Verwaltung digitaler Inhalte begonnen. Das Asset-Management-System GAMS (gams.uni-graz.at) wird in Auseinandersetzung mit konkreten Erfordernissen geisteswissenschaftlicher Forschung genutzt und laufend weiterentwickelt.

Das Studienangebot

Das Studienangebot des Zentrums bietet neben Einführungen in die Daten- und Textmodellierung die Möglichkeit, spezifische Bereiche am Schnittpunkt von Informationswissenschaft und Geisteswissenschaft kennenzulernen. Speziell anStudienanfängerInnen richtet sich die Ringvorlesung „Grundlagen der geisteswissenschaftlichen Fachinformatik“ die Studierenden einen Einstieg in diesen Themenkreis ermöglicht. Das Modul „Informationsmodellierung in den Geisteswissenschaften“ kann von Studierenden aller geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen im Rahmen der Freien Wahlfächer absolviert werden. Die AbsolventInnen erhalten ein Zertifikat der Universität Graz über diese Zusatzqualifikation. Kontinuierliche Lehre im Bereich der Historischen Fachinformatik und Dokumentation (http://hfi.uni-graz.at) gibt es in Graz seit den 1980er Jahren und seit 1989 als eigenes Fach innerhalb der Geschichtswissenschaften.  Daraus ist ein LehrModul (Vorlesung, Proseminare, Seminar) entstanden, das zunächst nur für das Fächerbündel „Kulturmanagement“ verpflichtend war. Zuletzt wurden aber auch erst für das Diplom-, dann für das Bachelor-und Masterstudium pflichtige Module (15 CP) entwickelt, die auch in anderen Fächern als Wahlfachmodule angerechnet werden. Das europäische Joint-Master-Programm „EuroMACHS“ schließlich zielt auf AbsolventInnen eines geistes- und kulturwissenschaftlichen Bachelor- oder gleichwertigen Studiums ab. Es vermittelt Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die es den Studierenden ermöglichen, als fachspezifische SpezialistInnen komplexe IT-Projekte in kulturellen und öffentlichen Institutionen zu planen und umzusetzen. 

MA EuroMACHS

Das Joint-Master-Studienprogramm, das gemeinsam mit vier weiteren europäischen Partneruniversitäten angeboten wird, zielt auf AbsolventInnen eines geistes- und kulturwissenschaftlichen Bachelorstudiums ab. Es vermittelt Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die es den Studierenden ermöglichen, als fachspezifische SpezialistInnen komplexe IT-Projekte in kulturellen und öffentlichen Institutionen, gemeinsam mit einschlägigen Technologie-ExpertInnen, zu planen und umzusetzen. Das Studium schlägt eine Brücke zwischen dem Wissen über das europäische Kulturerbe und aktuellen Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie, sowie der Editions- und Archivwissenschaft. Neben der Diversifizierung möglicher Berufsfelder für AbsolventInnen geistes- und kulturwissenschaftlicher Studien lernen diese auch die zukünftige Forschung ihrer Herkunftsdomänen
methodologisch aktiv gestaltend zu beeinflussen und so eine Brückenfunktion zwischen Lehre, Forschung und Entwicklung einzunehmen. Siehe auch den Text zum EuroMACHS Köln.

Kurzbeschreibung

Titel: European Multimedia Arts and Cultural Heritage Studies (EuroMACHS)
Typ: Joint Master Degree
Kombinatorik: Verbund-Master
Aufwand: 120 ECTS
Dauer: 4 Semester
Studienbeginn: Wintersemester (Zweijährig)
Schwerpunkte

  • Informationssysteme
  • Dokumentation und Analyse
  • Informationsmodellierung
  • Projektmanagement
  • Projektpraktikum und Masterarbeit

Informationen: http://www.uni-graz.at/euromachs/
Voraussetzung: Geistes- oder kulturwissenschaftlicher Bachelorabschluss

Zertifikat Informationsmodellierung

Das Modul „Informationsmodellierung in den Geisteswissenschaften“ kann von Studierenden aller geisteswissenschaftlichen Fächer im Rahmen der Freien Wahlfächer absolviert werden. AbsolventInnen erhalten ein Zertifikat der Universität Graz, das ihre Zusatzqualifikation an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften und Informationstechnologie belegt. Einer einführenden Grundstufe von 3 Lehrveranstaltungen folgt eine vertiefende Aufbaustufe, in denen die Studierenden fachspezifische Anwendungsfelder geisteswissenschaftlicher Fachinformatik kennenlernen. Methoden und Technologien der informationstechnischen Verarbeitung von wissenschaftlichen Daten und Quellen bilden den inhaltlichen Kernbereich des Angebots. Basierend auf Anwendungsbereichen wie Dokumentenmanagement, elektronische Edition u.a. reichen die theoretischen Grundlagen der angebotenen Inhalte weit in verschiedene geisteswissenschaftliche Fachdomänen hinein. Diesen Erfordernissen entsprechend werden Aspekte der strukturellen und typographischen Gestaltung von Texten sowie Methoden zu ihrer Beschreibung, Verarbeitung und Analyse, aber auch darauf bezogene Publikations- und Editionstechniken (z.B. Single Source Publishing in Asset Management Systemen) gelehrt. 

Kurzbeschreibung

Titel: Zertifikat Informationsmodellierung in in den Geisteswissenschaften
Typ: Freies Wahlfachmodul
Kombinatorik: In allen geisteswissenschaftlichen Fächern
Aufwand: 24 ECTS
Dauer: Keine Vorgaben
Studienbeginn: Winter- oder Sommersemester
Schwerpunkte

  • Datenmodellierung (XML und Metadatenstandards)
  • Textmodellierung
  • Wissenschaftliche Textproduktion
  • Geschichte, Theorie und soziale Aspekte Neuer Medien
  • Fachspezifische Anwendungen

Informationen: http://www.uni-graz.at/zim/lehre
Voraussetzung: Für alle Studierenden der Geisteswissenschaftlichen Fakultät frei zugänglich
 
 

Quellennachweis

Die voranstehenden Informationen sind mit freundlicher Genehmigung der Broschüre "Digitale Geisteswissenschaften" (2011) entnommen, hg. vom CCeH an der Universität zu Köln. Mit Beiträgen und unter Mitarbeit von Andreas Henrich, Bernd Deschauer (Bamberg), Maik Stührenberg (Bielefeld), Sabine Bartsch, Judith Eckle-Kohler, Iryna Gurevych, Ruth Reiche (Darmstadt), Günther Görz, Christian Götz (Erlangen), Harald Lüngen (Gießen / Mannheim), Maja Bärenfänger, Frank Binder (Gießen), Juan Garces (Göttingen), Johannes Stigler (Graz), John Nerbonne (Groningen), Jan Christoph Meister, Evelyn Gius (Hamburg), Rolf Großmann (Lüneburg), Vera Gehlen-Baum (Saarbrücken), Stephan Moser, Armin Volkmann, Fotis Jannidis (Würzburg). Koordination und Redaktion der Broschüre: Patrick Sahle; Gestaltung: Johanna Puhl und Lisa Rau. Die Erstellung der Broschüre erfolgte im Rahmen des BMBF-Projekts DARIAH-DE (Förderkennzeichen 01UG1110A bis M). Die Broschüre ist auch im elektronischen Format erhältlich; verwenden Sie dazu bitte den Downloadbereich oben rechts.
 

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