Würzburg

Der Studiengang Digital Humanities ist Teil des Lehrangebots der Philosophischen Fakultät I. Im Studiengang sind Lehrende aus mehreren Fächern der Fakultät (Germanistik, alte Geschichte, Landesgeschichte, Klassische Philologie) tätig. Organisatorisch betreut wird der Studiengang vom Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte. Der modular aufgebauter Bachelor-Studiengang ist auf sechs Semester angelegt. Ziel des Studiengangs ist die Vermittlung von Kenntnissen der wichtigsten Teilgebiete der Digital Humanities. Die Studierenden sollen die Fähigkeiten erwerben, sich später in die vielfältigen an sie herangetragenen Aufgabengebiete einzuarbeiten. Sie lernen dabei auch das erforderliche Grundwissen für den Masterstudiengang, der konsekutiv (d.h. nachfolgend) auf dem Bachelorstudiengang aufbaut. Das Fach Digital Humanities (dt.: „digitale Geisteswissenschaften“) umfasst die Anwendung von computergestützten Verfahren und die systematische Verwendung von digitalenRessourcen in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Es ist ein interdisziplinär ausgerichtetes Fach, dessen Vertreter sowohl durch eine traditionelle Ausbildung in den Geistes- und Kulturwissenschaften, wie durch ihre Vertrautheit mit einer Reihe von einschlägigen Konzepten, Verfahren und Standards der Informatik ausgewiesen sind. Typische Forschungsfelder sind z.B. digitale Editionen, quantitative Textanalysen, Visualisierungen komplexer Datenstrukturen oder die Theorien digitaler Medien. Absolventen des Studiengangs Digital Humanities werden für Tätigkeiten in typisch geisteswissenschaftlichen Berufsfeldern ausgebildet (z.B. in Verlagen, Medien und Bibliotheken), die alle durch die Digitalisierung einen einschneidenden Wandel erfahren haben. Außerdem ist der Studiengang aber auch der Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Weiterqualifikation. Nach einem erfolgreichen Master-Abschluss besteht die Möglichkeit eines Promotionsstudiums, z.B. über die Graduate School of the Humanities innerhalb der Würzburger Graduiertenschulen.

Das Studienangebot

BA Digital Humanities

Der Abschluss Bachelor setzt sich zusammen aus Digital Humanties und einem Fach, das aus dem Fächerangebot der Geistes- und Kulturwissenschaften gewählt wird. Dabei kann an der Universität Würzburg Digital Humanities im Rahmen eines Zwei-Fach-Bachelors als Hauptfach (85 ECTS insgesamt) oder als Nebenfach (60 ECTS) studiert werden. Folgende Studieninhalte werden als Schwerpunkte vermittelt: 
•    Text- und Bildanalyse
•    Moderne Textkodierungsverfahren
•    Gestaltung und Visualisierung digitaler Daten
•    Einführung in die Grundlagen der Informatik
•    Digitalisierung und Bearbeitung multimedialer Objekte, z.B. Bilder, Audiodateien, Filme
•    Kulturwissenschaftliche Daten in Datenbanken, Simulationen oder Modellen, z.B. digitale Kartographie / geographische Informationssysteme (GIS)
•    Grundprinzipien des Aufbaus und der Kodierung von digitalen Editionen und Korpora
•    Strukturen und Arbeitsprozesse digitaler Bibliotheken und Informationssystem

Kurzbeschreibung

Titel: Digital Humanities
Typ: BA-Hauptfach / -Nebenfach
Kombinatorik: 2-Fach-Bachelor der mit einem Fach aus den Geistes- und Kulturwissenschaften kombiniert werden muss
Aufwand: 60 ECTS (NF) - 85 ECTS (HF)
Dauer: 6 Semester
Studienbeginn: Wintersemester
Schwerpunkte

  • Textcodierung
  • Editionen und Korpora
  • Multimediale Objekte
  • Text- und Bildanalyse 

Informationenhttp://www.uni-wuerzburg.de/fuer/studierende/angebot/faecher/digihum
Zugang:Nicht zulassungsbeschränkt. Gute Englischkenntnisse erwünscht

MA Digital Humanities

Der Masterstudiengang besteht aus neun Modulen: sieben Module zu je 10 ECTS im Pflichtbereich, zwei im Wahlpflichtbereich (je 10 ECTS) und der Master-Arbeit (30 ECTS). Im Wahlpflichtbereich kann ein Schwerpunkt in Informatik oder aus einem Teilbereich der Geistes- oder Kulturwissenschaften gesetzt werden. Zum Pflichtbereich gehört ein Modul zur Erstellung,  Verwaltung und Präsentation digitaler Objekte. Im Studium wird des Weiteren die Visualisierung von Informationen und Human-Computer-Interaction vermittelt, wobei auch komplexe Softwarepakete und virtuelle Forschungsumgebungen einen Schwerpunkt darstellen. Dabei werden fortgeschrittene Programmiertechniken eingesetzt und computergestützte Methoden für komplexe fachwissenschaftliche Fragestellungen erlernt. In eigenen Projekten steht deren Management und Koordinierung im Fokus. Darüber hinaus werden fortgeschrittene Modellierungskonzepte für komplexe digitale Objekte erarbeitet. Im Wahlpflichtbereich können eigene Studienschwerpunkte, beispielsweise in einem geisteswissenschaftlichen Fach wie der Germanistik oder Anglistik, gesetzt werden. Das Studium wird mit einer Master-Arbeit im Umfang von 30 ECTS-Punkten abgeschlossen. Empfohlen wird das Studium der DH als Teil eines Doppel-BAs mit zwei Hauptfächern und des konsekutiven (nachfolgenden) Doppel-MAs, z.B. Digital Humanities und Germanistik. 

Kurzbeschreibung

Titel: Digital Humanities
Typ: MA-Hauptfach
Kombinatorik: Mit Informatik und Geistes- und Kulturwissenschaften
Aufwand: 20 ECTS (Hauptfach)
Dauer: 4 Semester
Studienbeginn: Wintersemester
Schwerpunkte

  • Datenmodellierung
  • spezifische Textkodierung
  • digitale Edition
  • quantitative Textanalyse

Informationen: http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/studierende/angebot/faecher/digihum/
Voraussetzung: BA, min. 60 ECTS aus DH und 60 ECTS aus Geistes- und Kulturwissenschaften
Start: Wintersemester 2012/13
 

Quellennachweis

Die voranstehenden Informationen sind mit freundlicher Genehmigung der Broschüre "Digitale Geisteswissenschaften" (2011) entnommen, hg. vom CCeH an der Universität zu Köln. Mit Beiträgen und unter Mitarbeit von Andreas Henrich, Bernd Deschauer (Bamberg), Maik Stührenberg (Bielefeld), Sabine Bartsch, Judith Eckle-Kohler, Iryna Gurevych, Ruth Reiche (Darmstadt), Günther Görz, Christian Götz (Erlangen), Harald Lüngen (Gießen / Mannheim), Maja Bärenfänger, Frank Binder (Gießen), Juan Garces (Göttingen), Johannes Stigler (Graz), John Nerbonne (Groningen), Jan Christoph Meister, Evelyn Gius (Hamburg), Rolf Großmann (Lüneburg), Vera Gehlen-Baum (Saarbrücken), Stephan Moser, Armin Volkmann, Fotis Jannidis (Würzburg). Koordination und Redaktion der Broschüre: Patrick Sahle; Gestaltung: Johanna Puhl und Lisa Rau. Die Erstellung der Broschüre erfolgte im Rahmen des BMBF-Projekts DARIAH-DE (Förderkennzeichen 01UG1110A bis M). Die Broschüre ist auch im elektronischen Format erhältlich; verwenden Sie dazu bitte den Downloadbereich oben rechts.
 

Kontakt

Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte Institut für Deutsche Philologie
Universität Würzburg
Am Hubland
97074 Würzburg
Deutschland
Abschlussarten: 
B.A.
M.A.

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