ID+Lab

Kurzbeschreibung des Projekts

Interdisziplinäre Kollaboration ist der Schlüssel, um komplexe Aufgaben zu lösen. Gleichzeitig ist die Kommunikation und Zusammenarbeit in einer solchen Kollaboration selbst gekennzeichnet durch vielschichtige dynamische Prozesse. Das ID+Lab erforscht die Strukturen interdisziplinärer Zusammenarbeit, um sie besser zu verstehen, zu veranschaulichen und zu erproben. Das hierfür entwickelte ID+Modell erlaubt einen neuartigen, detaillierten Blick auf diese Strukturen. Die Anwendung dieses Modells auf eine Situation ermöglicht es, auf Grundlage der Analyse von Akteuren und deren Beziehungen untereinander, strukturelle Besonderheiten und Defizite zu erkennen, aber auch Potentiale zu nutzen und zu erhöhen. Das ID+Modell ermöglicht so eine neue Art der Gestaltung interdisziplinärer Projekte.

Projektinhalt

ID+Modell

Komplexe Kollaborationen lassen sich mit dem ID+Modell als ein Netzwerk aus Akteuren und Bindungen analysieren, modellieren und gestalten. Basiselemente sind elf ID+Akteure, die sich in interdisziplinären Kollaborationen als wesentlich herausgestellt haben: Personen, Organisationen, Ereignisse, Aufgaben, Methoden, Werkzeuge, Gelder, Themen, Zeiten, Quellen und natürlich auch Orte. Die ID+Akteure vernetzen sich über semantisch definierte ID+Bindungen mit unterschiedlichen Status, Wert und Intensität. Die formale Definierung der Modellierung in der ID+Ontology öffnet Forschungsdaten für das Semantic Web und der Linked Open Data Cloud.

Einsatzgebiete

Interdisziplinaritätsforschung: Mit dem ID+Modell können bestehende und historische interdisziplinäre Strukturen modelliert werden, die für die Erstellung der Forschungsergebnisse relevant sind. Damit wird es möglich, allgemeine Projektkonstellationen und Fortschritte zu bewerten und zu vergleichen, sowie Muster von erfolgreichen Konfigurationen in der interdisziplinären Forschung und Wissenschaft zu erkennen.

Projektmanagement: Das ID+Modell und dessen Visualisierung ermöglicht Maßnahmen zur Korrektur und Optimierung von projektrelevanten Faktoren. Darüber hinaus werden so mögliche Verbindungen zu anderen Projekten sichtbar oder können hergestellt werden. Damit ist die Methode ein wertvolles Instrument, um entscheidende Faktoren für wissenschaftliches Projektmanagement zu ermitteln und aktiv zu gestalten.

Enhanced Publications: Das ID+Modell ermöglicht es Teams, Ergebnisse und Daten ihrer Forschung zu veröffentlichen, sowie die Struktur, die diese interdisziplinäre Arbeit ermöglicht hat. Gerade letztere Information ist meistens schwer zu bekommen, aber sehr interessant für andere Forscher, die an ähnlichen Problemen arbeiten und trägt zur aktuellen Debatte über Open Science und Open Data bei. Zudem wird eine höhere Sichtbarkeit und Konnektivität der veröffentlichten Ergebnisse sowie für die Autoren möglich und die Reflexion und Dokumentation über den Entstehungskontext der Forschungsarbeit wird systematisch angeleitet.

ID+Stage

Das ID+Lab entwickelt die interdisziplinäre Publikationsplattform ID+Stage, die eine neuartige Form von Enhanced Publications ermöglicht. Mit dem Modellierungswerkzeug ID+App werden über einen strukturierten Fragendialog alle wesentlichen Akteure und Bindungen erfasst und im Hintergrund in ein maschinenlesbares Format übersetzt und gespeichert. Die Verbindung eines Forschungsergebnisses mit dem modellierten Entstehungskontext bildet die ID+Publikation. So werden nicht nur Forschungsergebnisse veröffentlicht, sondern auch deren Entstehungsprozesse offengelegt. Die ID+Publikationen werden auf der ID+Stage veröffentlicht. Darin sollen Publikationsformen ermöglicht werden, die in disziplinspezifischen Kontexten unüblich sind. Die ID+Ontologie als Modellierungsgrundlage ermöglicht die semantische Erfassung und Durchsuchbarkeit aller Daten.

Team

Das ID+Lab ist ein Projekt des Interdisziplinären Labors Bild Wissen Gestaltung, Exzellenzcluster der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Interdisziplinäre Labor ist ein Zusammenschluss aus Geistes-, Natur- und Technikwissenschaften, der Medizin und der Gestaltungsdisziplinen Design und Architektur. Mehr als 40 verschiedene Disziplinen forschen zu grundlegenden Gestaltungsprozessen der Wissenschaften.

 
Projektstartdatum: 06/01/2016
Projektstatus: laufend (Stand: 2018)

Fachliche Zuordung

Interdisziplinär - Architekturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Interaktionsdesign, Informatik, Linguistik, Kommunikationsdesign

Projektmitarbeiter

Michael Dürfeld, Wolfgang Schäffner, Anika Schultz, Christian Stein, Benjamin Thomack, Nadia Zeissig

Gefördert durch

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kontakt

Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung - Humboldt-Universität zu Berlin
E-Mail: contact@idpluslab.de

Erfahren Sie mehr unter

http://idpluslab.de/
 

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