WiTTFind

Kurzbeschreibung

Seit 2010 kooperieren das Wittgenstein Archiv der Universität Bergen (WAB) und das Centrum für Informations- und Sprachverarbeitung der Ludwig Maximilians Universität München in der Forschungsgruppe: “Wittgenstein in Co-Text”. Die Gruppe entwickelte die web-basierte FinderApp WiTTFind und die  “Wittgenstein Advanced Search Tools” (WAST). WiTTFind ist eine neuartige Suchmaschine, die regelbasierte Technologien mit elektronischen Lexika und verschiedenen computerlinguistischen Tools kombiniert. Der Finder erlaubt Suchanfragen an die XML-TEI(P5) Transkription von Ludwig Wittgensteins philosophischen Nachlass, die einfache Wortphrasen aber auch abstrakte Wortformen, syntaktische, semantische und Satzstrukturspezifikationen enthalten dürfen. Die Treffer des Finders werden als HTML Text, als Faksimileextrakt und innerhalb eines Faksimilereader darstellt.
 

Projektinhalt

Der österreichisch-britische Philosoph Ludwig Wittgenstein hinterließ bei seinem Tod ca. 20.000 Manuskript- und Typoskriptseiten, die Wittgenstein’s Nachlass genannt werden. 5000 Seiten dieses Nachlasses sind frei verfügbar und werden in diesem Kooperationsprojekt bearbeitet. In der Forschungs-Kooperation wurde die web-basierte FinderApp WiTTFind und die “Wittgenstein Advanced Search Tools” (WAST) entwickelt.  WiTTFind ist eine neuartige Suchmaschine, die im Gegensatz zu den Suchmethoden bei Google Books oder des Open Library Projekts, regelbasierte Technologien, elektronische Lexika und verschiedenen Computerlinguistischen Tools kombinieren. Die FinderApp erlaubt Suchanfragen an Wittgensteins philosophischem Nachlass, die neben Wortphrasen auch abstrakte Wortformen, syntaktische, semantische und Satzstrukturspezifikationen enthalten dürfen. Die Treffer des Finders werden als HTML Text und als Faksimileextrakt und innerhalb eines Faksimilereader darstellt. Syntaktische und Semantische Disambiguierung wird mit Hilfe von Part of Speech Tagging und Lokalen Grammatiken realisiert. Um bei der Eingabe symmetrische Autosuggestion zu ermöglichen, implementierten wir einen ersten Prototypen einer speziellen Indexstruktur (SIS).
Mit Hilfe der docker Technologie läuft unsere FinderApp virtualisiert auf allen wichtigen Betriebssystemen, wie Linux, MACos und Windows. Der Einsatz der bootstrap Technologie ermöglicht eine Browser- und Geräteunabhängigkeit.
Im Sommer 2014 gewann unsere FinderApp einen von drei Open Humanities Awards, die vom EU-Projekt  DM2E "Digitized Manuscripts to Europeana" ausgeschrieben wurden um Forschergruppen, die “Technologien zur Unterstützung der Humanitiy Forschung“ entwickelten zu honorieren.
Der Vortrag und Poster unseres Projekts auf der DHD 2015 in Graz wurde von der  österreichischen Tageszeitung, „Der Standard“ unter dem Titel „Wittgensteins Enkel im digitalen Wandel" zitiert. (2015)
 
Adressaten unseres Projekts sind Wittgensteinforscher, aber auch allgemein philosophieinteressierte Nutzer. Das Projekt ist sowohl anwendungsorientiert als auch strategisch.
Anwendungsorientiert: Das Projekt soll in der Philosophie dadurch Fuß fassen, dass es auf die Bedürfnisse und Terminologie der Wittgensteinforscher zugeschnitten ist. Die Optimierung des Human Interfaces wird in enger Zusammenarbeit mit den Philosophen erstellt.
Strategisch: Es soll zeigen, dass Suchmaschinentools nur bei nahezu 100% Präzision und 100% Recall als wissenschaftliches Tool sinnvoll eingesetzt werden können. Der fortgeschrittene Anwender möchte auf verschiedenen Ebenen den Suchprozess beeinflussen und  durchschauen. Er akzeptiert „black-boxen“ ungern. Deshalb verwenden wir „lokale Grammatiken, digitale Lexika, regelbasierte Disambiguierungen und Darstellungen der Faksimile und nennen unsere Suchmaschine einen Finder!
Die Implementation von linguistischen Verfahren bieten dem Anwender komfortable Spezifikationsmöglichkeiten bei der Suchanfrage. Es erlaubt dem Benutzer, durch Highlighting im Faksimile Text- und Faksimileausgabe parallel zu lesen.
 

Projektmitarbeiter

CIS: Dr. Max Hadersbeck, Florian Fink, Stefan Schweter, WAB: Dr. Alois Pichler, Øyvind Gjesdal

Gefördert von

Ludwig Maximilians Universität München und Wittgenstein Archiv Bergen
 

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